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Minarettinitiative: 10 Fragen - 10 Antworten
Warum interreligiöser Dialog und was können wir gemeinsam dafür tun?
«Ein Dialog, der diesen Namen verdient, setzt voraus, dass man nicht nur die Person des Gegenübers respektiert, son-dern dass man auch fähig ist, seinen Überzeugungen einen eigenständigen Wert beizumessen. […] Immer wichtiger wird es sein, einerseits die historischen, sozialen und kulturellen Bedingtheiten von Religionen zu kennen, um nebst deren un-bestrittenen Lichtseiten auch deren Schatten erkennen zu ler-nen, und andererseits ein Textverständnis der Heiligen Schrif-ten zu vermitteln, in dem die Verse aus den Proverbien, ‹alle ihre Wege sind Wege sind der Lieblichkeit› und ‹alle ihre Pfa-de Frieden› das oberstes Deutungsprinzip sind.»
Michel Bollag
Wir leben in einer Gesellschaft, in der Menschen ver-schiedener Herkunft, mit unterschiedlichen Traditionen und religiösen Überzeugungen aufeinandertreffen und zusammenleben. Wo Verschiedenheit herrscht, erge-ben sich neue Möglichkeiten und Perspektiven, aber entstehen auch Missverständnisse und Konflikte. Wir haben nicht die Wahl, miteinander zu leben oder nicht. Wir haben nur die Wahl, wie wir miteinander leben.Der SEK setzt dabei auf Dialog anstatt Konfrontation und Ausgrenzung. Der interreligiöse Dialog bietet Möglichkeiten, dass sich Menschen verschiedenen Glaubens begegnen, wahr-nehmen, vorstellen, austauschen und kennenlernen. Begegnung anstatt Misstrauen und Vorurteile. Respekt und Achtung vor den Andersgläubigen und Toleranz gegenüber ihrer Religion bedeutet aber keinesfalls, die Unterschiede und Widersprüche unter den Tisch zu kehren. Vielmehr lebt interreligiöser Dialog vom respektvollen und ernsthaften Streit um die Wahrheit der jeweils eigenen Überzeugungen.
Interreligiöser Dialog produziert keine Einheitsreligion sondern leitet an zur Wahrnehmung von Differenz, zum Respekt vor dem anderen Glauben und von der Einsicht, dass jeder Mensch das gleiche Recht hat, seine Religion in Freiheit und unter dem Schutz staatlichen Rechts zu leben.
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